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Thema: Betrieb einer eigenen Domäne an einem DSL Anschluß

Betrieb der eigenen Domäne an einem DSL Anschluß mit dynamischer IP Adresse

Die Idee

Ist es erst einmal gelungen, den eigenen Rechner mittels DSL mit dem Internet zu verbinden und gehört man noch zudem zu den Glücklichen, die eine Flat-Rate bei ihrem Provider buchen konnten, wird man schnell auch auf die Idee kommen, an dieser "quasi-Standleitung" einen eigenen Webserver oder andere Dienste wie E-Mail etc. betreiben zu wollen.

Voraussetzungen

Diese Website wird auf diese Art und Weise erfolgreich betrieben. Wie unter der Rubrik "Hardware" beschrieben, sind zunächst einmal die Basisvoraussetzungen herzustellen. Dies sind nach Möglichkeit ein Linux System mit entsprechender Konfiguration für eine Internet Verbindung über DSL. Diese Verbindung sollte so eingerichtet sein, dass sie auch bei automatischem Verbindungsabbau durch den Provider selbstständig wiederhergestellt wird. 

Sicherheit tut not

Nebenher sollte natürlich eine Firewall sowie ein Webserver eingerichtet sein, der Dienste auf dem externen Interface, also der DSL Verbindung zum Internet, anbietet. Prinzipiell funktioniert dies Alles auch mit einem Microsoft Windows basierten System, es sei jedoch darauf verwiesen, dass diese Systeme gegenüber Linux wesentlich anfälliger gegen DoS (Denial of Service) bzw. dDoS (distributed Denial of Service) Attacken sowie verschiedene andere Attacken sind. Tatsächlich kann man feststellen, dass es wohl Zeitgenossen gibt, die den lieben langen Tag nichts anderes zu tun haben, als T-DSL IP-Adressen gegen Webserver exploits abzuscannen. Aus diesem Grunde empfiehlt sich auch ein stabiler Webserver wie Apache der gegenüber solchen "primitiv-Scans" immun ist.

Schwierigkeiten

Worin liegen nun eigentlich die Schwierigkeiten? Sobald man den eigenen Webserver konfiguriert und gestartet hat, ist das Angebot dieses Webservers im Internet sichtbar. Das ist Prinzipbedingt und in diesem Falle ja auch erwünscht. Nur wird niemand dieses Angebot wirklich finden! Die Begründung hierfür liegt in der Art und Weise, wie Rechner über DSL mit dem Internet verbunden werden. In Deutschland wird dafür auf dem externen Interface zum DSL Router (fälschlich auch gerne "DSL Modem" genannt) das sog. PPPoE (RFC 2516, Point-to-Point-Protocol over Ethernet) Protokoll eingerichtet. Dieses Protokoll sorgt dafür, dass bei einem Verbindungsaufbau dem eigenen Rechner von der Telekom eine IP Adresse zugewiesen wird. Nebenher erlaubt dieses Protokoll dem Provider auch den gezielten Verbindungsabbau bzw. die Messung des Datendurchsatzes für Abrechnungszwecke.

Die zugewiesene IP Adresse wird automatisch aus einem Pool von Adressen vergeben. Der Nachteil hierbei für den Anwender: jeder neue Verbindungsaufbau ("Einwahl") erzwingt dabei eine aus Sicht des Anwenders zufällige, neue IP Adresse. Da diese IP Adresse aber sozusagen die "Telefonnummer" des eigenen Webservers ist, kann man kaum auf diesen Webserver zugreifen, da dieser ja alle x Stunden eine neue Adresse bekommt (bei 1&1 alle 6 Stunden, T-Online alle 24 Stunden, etc. das ist Providerabhängig).

Außerdem möchte man ja weder unter 217.232.134.171 noch unter pD9E587AC.dip0.t-ipconnect.de seinen Auftritt bekannt geben sondern unter "www.meinName.de", wie sich das gehört.

Es gilt also, die Domäne "www.meinName.de" mit der dynamischen IP Adresse zu verbinden, die jeweils gerade dem eigenen Rechner zugewiesen ist. Und das so, dass man weltweit im Internet unter dieser Adresse erreichbar ist.

Dabei gilt es zwei Hürden zu nehmen: 
Ersteinmal läßt sich kein Domain Registrar darauf ein, dynamische IP Adressen zu konnektieren. Er müsste dies ja alle sechs Stunden neu tun, der Aufwand ist unzumutbar. 
Zweitens hat das weltweite DNS System einen Mechanismus, der die "Lebenszeit" von DNS Namensauflösungen vorgibt. Alle angeschlossenen Systeme speichern Adressen mindestens für den Zeitraum dieser "TTL" (TimeToLive) die in der Regel wesentlich höher liegt als die 6 Stunden "Lebenszeit" unserer IP Adresse. Das DNS System ist also standardmäßig viel zu träge, solche kurzen Änderungszyklen mitzumachen. Dies ist kein Nachteil, sondern so gewollt, um die Anzahl der Anfragen zu beschränken.

Doch hier gibt es Abhilfe in Form einiger spezieller DNS Betreiber, die dem Umstand der kurzen Zyklen Rechnung getragen haben und spezielle DNS Dienste anbieten. Erwähnt sei hier in diesem Zusammenhang www.dyndns.org, die auch für die Domäne www.amthor.de zuständig sind und die völlig unproblematisch und kostengünstig im "selfservice" über das Internet eingeschaltet werden können.

Was ist zu tun

Um das Ganze nun zum Laufen zu bekommen, müssen folgende Dinge unternommen bzw. zusätzlich eingerichtet werden:

  • Eigene Domäne über einen Provider beantragen
  • Domäne bei einem Dienst wie z.B. www.dyndns.org anmelden
  • Den Provider dazu bewegen, die Domäne an diesen Dienst zu delegieren
  • Scripts einrichten, die bei einem Wechsel der IP Adresse dies dem Dienst bekannt geben

Die einzelnen Schritte werden im Detail auf den nächsten Seiten erläutert.

[Letzte Änderung: 20.02.2003 20:55:17 ]

 

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