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Thema: Ein kleines Bautagebuch in Bildern

 

Unseren Hausbau haben wir mit einer Reihe von Bildern festgehalten. Die Bilder können hier abgerufen werden.

Was auf diesen Bildern nicht zu sehen ist, und was wir allen Bauherren nach uns mit auf den Weg geben wollen, sind folgende Empfehlungen:

  • Kaufen Sie sich ein Faxgerät.
    Ein Top-Modell, kein Tinten-Fax, besser ein Laser-Fax. Glauben Sie nicht, das Handwerker E-Mails lesen. Wir haben rd. 250 Faxe empfangen und rund 100 Faxe versendet.
  • Angebote
    Wenn Sie ein Angebot nicht verstanden haben, lassen Sie sich ein neues machen. Sie sind der Bauherr.
  • Auftragsvergabe:
    wenn Sie ein ungutes Gefühl haben, nehmen Sie einen anderen Handwerker! Achten Sie nicht auf den Preis, die Kleidung oder die Versprechen. Achten Sie auf Ihren Bauch: Hat mein Gegenüber verstanden, was ich will? Und: es gibt keinen Zusammenhang zwischen Qualität und Preis!
  • Murphy:
    wenn etwas schiefgehen kann, geht es schief!
    Glauben Sie nicht, eine Einweisung auf der Baustelle führt dazu, daß alle verstanden haben was Sie wollen. Am nächsten Tag kommt nämlich eine andere Kolonne...
  • Lernen Sie Fremdsprachen...
    Wir empfehlen: Polnisch, Tschechisch, Kroatisch und Italienisch. Englisch und Französisch helfen definitiv nicht weiter. In München helfen noch Niederbayerisch und Sächsisch (host mi - nüu). Ich weiß nicht, was in Deutschland wirklich das Problem ist, aber denjenigen mit "Patentlösungen" empfehle ich: besuchen Sie eine Baustelle - oder besser noch: bauen Sie selbst...
  • Kontrolle
    Kontrollieren Sie alles und jeden. Und insbesondere Angebote, Aufmasse und Rechnungen. Und rechnen Sie diese nach und verlassen Sie sich nicht darauf dass der andere einen Taschenrechner zur Hand hatte.

    Messen Sie alles nach. Glauben Sie keiner Wasserwaage; unsere Duschtassen wurden insgesamt viermal neu eingebaut, weil eine Seite 10 mm höher über dem Fußboden stand als die andere; jedesmal war "alles im Wasser".

    Sorgen Sie für deutlich sichtbare Meterrisse. Vernichten Sie falsche Meterrisse; wenn es zwei Möglichkeiten gibt, wird immer erst die falsche genommen.

    Lassen Sie sich auf keine Diskussionen über zu hohe, zu breite, zu schräge Fugen, Anschlüssen, Abdichtungen etc. ein. Akzeptieren Sie keinen Pfusch. Es ist unfassbar, was bei uns alles "mit Silikon/Acryl" abgedichtet werden sollte. Überhaupt:

  • Silikon / Acryl
    Silikon und Acryl (das pampige Zeug aus den großen Druckkartuschen) ist ein Abdichtungsmaterial. Kein Pfusch-Verdeckungs-Matrial. Und auch nicht dazu da, krumme Fugen und Anschlüsse bis zur Unkenntlichkeit zu verkleistern.
  • Lernen Sie ...
    folgende Sprüche auswendig
    • Das haben wir nicht beauftragt!
    • Wir werden es so nicht abnehmen!
    • Wir werden es nicht bezahlen!

    Üben Sie, diese Sprüche langsam und deutlich zu artikulieren und in ruhigem, gesetzten Ton mehrfach hintereinander zu wiederholen. Beim Ersten mal hört nämlich keiner zu.

  • Üben Sie, die oben genannten Phrasen wie einem zu dressierenden Papageien mehrfach vorzusprechen, wenn Sie mit folgenden Aussagen konfrontiert werden:
  1. Das haben wir nicht gewußt
    (Es hat natürlich eine Baubesprechung gegeben, aber wer will das wissen ...)
  2. Da kommt doch noch was vor
    Der Spruch überhaupt, unser Favorit Nr. 1: Man kann rumpfuschen, weil man es ja nachher nicht sieht. Sieht man es aber doch, siehe Nr. 5
  3. Das ist hier nicht eingezeichnet
    (Klar, ist ja auch der falsche Plan ...)
  4. Das geht so nicht
    (War aber so beauftragt. Und die Annahme des Auftrages wurde mit freudigen Superlativen unterstrichen ...)
  5. Wir haben es so wie immer gemacht
    (Sie wollten natürlich etwas anderes als "wie immer" haben, trennen Sie sich von Ihrem Begriff des "Handwerks" ...)
  6. Das waren wir nicht
    Unser Favorit Nr. 2: Gewöhnen Sie sich an den Umstand, das Gewerk A die Arbeiten von Gewerk B zerstört, beschädigt, behindert, und Sie deswegen für Gewerk B mehr zahlen sollen ...
    Leere Bierflaschen und Zigarettenkippen materialisieren in Ihrer Baustelle von selbst, wo hingegen Kabeltrommeln, Besen, Handfeger etc. versuchen Einsteins Relativitätstheroie zu beweisen und sich in reine Energie verwandeln.
    Fragen Sie jemanden, wer es war, werden Sie lediglich erfahren wer es nicht war. Wir kamen uns manchmal vor wie im Kindergarten...
  7. Wenn das so gemacht werden soll, kostet es natürlich mehr
    (Sie bestehen auf der Ausführung "wie beauftragt", siehe 4.)
  • Scheuen Sie nicht vor drastischen Maßnahmen zurück:

    Wenn ein Gewerk partout nicht funktioniert, wechseln Sie sofort den Handwerker! Mahnen Sie ordnungsgemäß ab. Bei "Gefahr im Verzuge" und zur Abwendung größerer Schäden gibt es dafür nicht ein mal Fristen, lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen!

  • Und das wichtigste:
    Zahlen Sie niemals eine Rechnung vollständig, wenn Sie nicht 100% fertige Arbeit vorliegen haben und wenn nicht alles so ist wie Sie es haben wollen (also eigentlich nie... ). Bezahlte Handwerker sehen Sie nie wieder.

Aber man kann es am Ende schaffen: Zu den Bildern.

[Letzte Änderung: 15.12.2004 00:06:45 ]

 

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